Fragen und Antworten

Die FAQs sammeln Fragen, die von Apotheken bzw. von deren Dienstleistern an securPharm e.V. gerich­tet und beantwortet wurden. Die Antworten haben keinen rechtsverbindlichen Charakter, sondern stellen die Auffassung und den Kenntnisstand von securPharm zum Datum der Erstellung dar.

Ihre Frage ist noch nicht dabei? Dann können Sie weitere Fragen gerne an info(at)securpharm.de richten. Fragen von Apothekern und ihren Dienstleistern beantwortet auch gerne Avoxa - Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH unter securpharm@avoxa.de.

Die EU-Kommission hat außerdem einen FAQ-Katalog zur delegierten Verordnung (EU) Nr. 161/2016 veröffentlicht: http://ec.europa.eu/health/files/falsified_medicines/qa_safetyfeature_v5_0.pdf. Weitere Informationen zur Fälschungsschutzrichtlinie 2011/62/EU hat die EU-Kommission unter folgendem Link zusammengestellt: http://ec.europa.eu/health/human-use/falsified_medicines/index_en.htm.

Allgemeine Fragen

Frage 1: Warum brauchen wir ein Schutzsystem für Arzneimittel? Es gibt doch kaum Fälschungen in Apotheken.

Antwort: Bislang gibt es nur selten gefälschte Arzneimittel in der legalen Lieferkette. Die große Verfügbarkeit gut gemachter Fälschungen erhöht aber die Gefahr. Das Schutzsystem soll deshalb präventiv eingeführt werden, um das hohe Sicherheitsniveau im legalen Arzneimittelhandel zu wahren.


Frage 2: Wer ist securPharm e.V.?

Antwort: Bislang gibt es nur selten gefälschte Arzneimittel in der legalen Lieferkette. Die große Verfügbarkeit gut gemachter Fälschungen erhöht aber die Gefahr. Das Schutzsystem soll deshalb präventiv eingeführt werden, um das hohe Sicherheitsniveau im legalen Arzneimittelhandel zu wahren.


Frage 3: Was macht securPharm e.V.?

Antwort: securPharm ist die nicht-gewinnorientierte Stakeholder-Organisation für den Aufbau des Systems zur Echtheitsprüfung von Arzneimitteln gemäß den Vorgaben von Fälschungsschutzrichtlinie 2011/62/EU und delegierter Verordnung (EU) 2016/161 zum Schutz des Patienten vor gefälschten Arzneimitteln in der legalen Lieferkette. Apotheker können sich über das IT-System der Apotheker­schaft, das von der Avoxa - Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH betrieben wird, an securPharm anschließen.


Frage 4: Wie können Apotheken an securPharm teilnehmen?

Antwort: Um an securPharm teilzunehmen, müssen sich Apotheker an das IT-System der Apothekerschaft anschließen. Betreiber des IT-Systems ist die Avoxa- Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, eine Tochter der ABDA. Bei Interesse wenden Sie sich bitte direkt an Avoxa über secupharm(at)avoxa.de oder an Ihren Softwaredienstleister.


Frage 5: Wer kann sich an das Apothekensystem anschließen?

Antwort: An das Apothekensystem schließen sich öffentliche Apotheken, Krankenhäuser und pharmazeutische Großhändler an.


Frage 6: Was fordert die EU-Kommission genau?

Antwort: Die EU-Kommission schreibt ab 9.2.2019 zwei neue Sicherheitsmerkmale auf der Verpackung verschreibungspflichtiger Arzneimittel vor. Ein Originalitätsverschluss (‚anti-tampering device‘), an dem erkennbar ist, ob eine Packung schon einmal geöffnet wurde, soll gewährleisten, dass der Inhalt der Packung echt ist und eine individuelle Seriennummer (‚unique identifier‘) soll jede Packung eindeutig identifizierbar machen. Beide Sicherheitsmerkmale müssen durch die Apotheke vor Abgabe an den Patienten überprüft werden.


Frage 7: Ab wann wird das System vorgeschrieben sein?

Antwort: Verifizierungspflichtige Arzneimittel, die ab 9.2.2019 hergestellt werden, dürfen nur noch nach erfolgreicher Echtheitsprüfung abgegeben werden. Arzneimittel, die vor dem Stichtag hergestellt worden sind, dürfen bis Ende ihres Verfalldatums ohne die Sicherheitsmerkmale und entsprechend ohne Echtheitsprüfung abgegeben werden. Die IFA-Datenbank bzw. der ABDA-Artikelstamm wird um entsprechende Informationen erweitert. Die Endnutzer-Software meldet der Apotheke, ob es sich um ein verifizierungspflichtiges Produkt handelt.


Frage 8: Ab wann muss ich meine Apotheke auf die Echtheitsprüfung umstellen?

Antwort: Sie können bereits jetzt Ihr Apothekensoftwarehaus ansprechen, ob z. B. der Scanner für das neue technische System ausgelegt ist. Derzeit gehen ABDA und Avoxa davon aus, dass 2017 das  endgültige Produktivsystem des Apothekenservers ausgeschrieben und aufgebaut werden soll, um in das Gesamtsystem integriert zu werden. Auch die flächendeckende Information der Apothekerschaft soll 2017 starten.


Frage 9: Wie funktioniert das securPharm-System zur Verifikation von Arzneimitteln?

Antwort: Beim Verpacken der Arzneimittel in die Verkaufspackungen versieht der Hersteller jede Packung mit einer individuellen Seriennummer. Diese Seriennummer wird zusammen mit PZN, Charge und Verfalldatum als Data Matrix Code (und auch klarschriftlich) auf die Packung aufgedruckt. Gleichzeitig werden diese Angaben in das Datenbanksystem der pharmazeutischen Industrie eingetragen. Zur Verifikation einer Packung wird der Data Matrix Code der Packung gescannt. Dies löst eine Überprüfung der Seriennummer und Produktnummer gegenüber der Datenbank der pharmazeutischen Industrie aus. Die Verifikationsanfragen aus den Apotheken werden dabei anonymisiert über den Apothekenserver weitergeleitet. Die Rückmeldung sagt aus, ob diese Kombination tatsächlich existiert und wenn ja, wie der dort vermerkte Status der Packung ist. Wird die Packung nach positiver Rückmeldung abgegeben, wird der Status auf „abgegeben“ gesetzt. Sollte nun eine zweite Packung mit identischer Serien- und Produktnummer verifiziert werden, fällt auf, dass diese bereits abgegeben wurde.

 


Frage 10: Warum wird dieses System auch „Ende-zu-Ende-System“ genannt?

Antwort: Der pharmazeutische Unternehmer erzeugt an einem Ende der Lieferkette - beim Verpacken des Medikaments - ein Sicherheitsmerkmal, während am anderen Ende der Kette - bei Abgabe an den Patienten in der Apotheke - dieses Sicherheitsmerkmal verifiziert und die Seriennummer ausgebucht wird.


Frage 11: Warum werden für dieses System zweidimensionale Barcodes verwendet?

Antwort: Zweidimensionale Barcodes können viele Daten aufnehmen (z.B. zu Produktcode inkl. PZN noch die Seriennummer, die Chargenbezeichnung und das Verfalldatum) und diese mit sehr geringem Platzbedarf abbilden. Ihre Herstellung (Druckverfahren) ist kostengünstig und auch die notwendigen Lesegeräte (Scanner) sind vergleichsweise preiswert. Viele der in den Apotheken vorhandenen Scanner können bereits den zweidimensionalen Data Matrix Code lesen.


Frage 12: Wenn ein Fälscher den zweidimensionalen Barcode einer gültigen Packung kopiert, dann kann nicht erkannt werden, welche Packung das Original ist und welches die Fälschung ist.

Antwort: Das ist grundsätzlich richtig. Nachdem allerdings jeder Code nur einmal gültig ist, müsste der Fälscher für jede in Verkehr gebrachte Packung einen anderen gültigen Barcode kopieren. Das ist nicht gänzlich ausgeschlossen, aber zumindest extrem unwahrscheinlich. Zudem wird der Kopiervorgang in jedem Fall – zumindest nachträglich – entdeckt, was den Fälscher zusätzlich gefährdet. Obendrein muss er auch noch den Originalitätsverschluss des Herstellers imitieren. Hoher Aufwand und Entdeckungsgefahr machen Fälschungen entscheidend unattraktiver.


Fragen zum Testbetrieb

Frage 13: Was ist für securPharm die Maßgabe während des Testbetriebs bis zum 8.2.2019?

Antwort: Basis für die Arbeit von securPharm sind die gesetzlichen Vorgaben der Richtlinie 2011/62/EU (Fälschungsschutzrichtlinie) und der delegierten Verordnung Nr. 2016/161. Alle zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig geklärten gesetzlichen Vorgaben finden sich bereits im Testbetrieb wieder. Apotheken, die schon jetzt aktiv daran teilnehmen, können davon ausgehen, dass sie bestens auf den Pflichtbetrieb ab dem 9.2.2019 vorbereitet sind.


Frage 14: Welche Voraussetzungen sind für die Teilnahme an securPharm während des Testbetriebs notwendig?

Antwort:

·         Das entsprechende Softwaremodul muss aktiv bzw. freigeschaltet sein. Bitte klären Sie dies mit Ihrem Softwarehaus.

·         Ihre Scanner (mindestens am HV) müssen für Data Matrix Codes geeignet sein. Bitte klären Sie dies mit Ihrem Softwarehaus.

·         Sie brauchen eine permanente Internetverbindung.

·         Sie brauchen Zugangsdaten für securPharm. Wenden Sie sich dazu bitte an die Avoxa – Mediengruppe deutscher Apotheker GmbH über securpharm(at)avoxa.de.


Frage 15: Ab wann kann ich an securPharm teilnehmen?

Antwort: Sie können ab sofort an securPharm teilnehmen, wenn Ihr Softwareprodukt zu denen gehört, die an der Testphase teilnehmen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an securpharm(at)avoxa.de.


Frage 16: Was kostet die Teilnahme am Testbetrieb von securPharm?

Antwort: securPharm verlangt von den Apotheken keine Gebühren für die Teilnahme. Allerdings können eine Aktualisierung bzw. ein Upgrade Ihrer Apothekensoftware und die Anschaffung geeigneter Barcode-Scanner nötig werden, wodurch Kosten entstehen können.


Frage 17: Woran erkenne ich, ob es sich um ein Produkt handelt, dass an securPharm teilnimmt?

Antwort: Dies wird nach dem Scannen des Data Matrix Codes in Ihrer Apothekensoftware angezeigt. Über die Anmeldung des Produkts durch den pharmazeutischen Hersteller bei der IFA ist die Teilnahme an securPharm in den Stammdaten des Warenwirtschaftssystems hinterlegt.


Frage 18: Wenn alle von mir abgegebenen verifizierungspflichtigen Arzneimittel gescannt werden, erfährt dann die Pharmaindustrie von meinen Verkaufszahlen?

Antwort: Nein keinesfalls. securPharm basiert auf dem Prinzip der getrennten Datenbanken für pharmazeutische Unternehmer und Apotheken. Der Apothekenserver, mit dem Ihre Apothekensoftware in Verbindung steht, anonymisiert jede Transaktion, so dass niemand erfährt, wo das Arzneimittel abgegeben wurde.


Frage 19: Ich habe eine Packung vor mir, die laut Apothekensoftware an securPharm teilnimmt. Ich finde den Data Matrix Code jedoch nicht.

Antwort: Vermutlich handelt es sich um eine Packung, die noch produziert wurde, bevor der pharmazeutische Unternehmer begonnen hat, dieses Produkt mit Data Matrix Codes zu kennzeichnen. Geben Sie diese Packung einfach wie gewohnt ab.


Frage 20: Was passiert, wenn ich eine von securPharm gekennzeichnete Packung abgebe, ohne dabei den Data Matrix Code zu scannen?

Antwort: Solange die gesetzlichen Vorgaben zur Arzneimittelverifizierung noch nicht in Kraft getreten sind, hat das für Sie keine Konsequenzen. Diese gelten erst ab dem 9.2.2019.
Für die Erprobung und die zuverlässige Einführung von securPharm ist es jedoch wichtig, dass in den teilnehmenden Apotheken möglichst jede gekennzeichnete Packung bei der Abgabe gescannt und ggf. ausgebucht wird.


Frage 21: Ein Data Matrix Code lässt sich nicht scannen oder verursacht beim Scannen eine Fehlermeldung und es findet keine Verifizierung statt. Was ist zu tun?

Antwort: Falls es beim Scannen des Data Matrix Code zu Problemen kommen sollte, dann melden Sie dies bitte unter der Angabe von PZN, Chargenbezeichnung und Scannermodell mit dem Meldebogen an securPharm. Bitte vergewissern Sie sich vorher, dass der von Ihnen gescannte Data Matrix Code mit dem Buchstaben „PPN“ gekennzeichnet ist. Geben Sie die Packung einfach wie gewohnt ab, ohne sie zu scannen.


Frage 22: Eine Packung soll verkauft werden und nach dem Scannen an der Kasse erscheint der Hinweis „Seriennummer nicht gefunden“. Was ist zu tun?

Antwort: Dieser Fehler kann während des Testbetriebs auftreten. Er begründet keinen Fälschungsverdacht! Bitte geben Sie die Packung wie gewohnt an den Patienten ab.


Frage 23: Eine Packung soll abgegeben werden und nach dem Scannen an der Kasse erscheint der Hinweis „Packung wurde bereits abgegeben“. Was ist zu tun?

Antwort: Offenbar wurde diese Packung bereits einmal als „abgegeben“ gemeldet. Während des Testbetriebs begründet dies keinen Fälschungsverdacht! Bitte geben Sie die Packung wie gewohnt an den Patienten ab. Bitte prüfen Sie allerdings, ob die doppelte Abgabe durch einen fehlerhaften Ablauf in Ihrer Apotheke erfolgt sein kann, so lernen Sie und Ihr Team die neuen Abläufe intern optimal umzusetzen.


Frage 24: Ein Arzneimittel wurde gescannt und ordnungsgemäß abgegeben. Was soll ich tun, wenn ich dieses Arzneimittel doch wieder zurücknehmen möchte?

Antwort: Für die Rücknahme von Arzneimitteln gelten weiterhin die Regelungen der Apothekenbetriebsordnung, und der Umgang damit liegt, wie bisher, in der Verantwortung des Apothekers. Bitte stellen Sie sicher, dass bei einer eventuellen zweiten Abgabe der Data Matrix Code nicht mehr gescannt wird (zum Beispiel durch einen Aufkleber auf dem Code). Die delegierte Verordnung sieht vor, dass Packungen, deren Status auf „abgegeben“ gesetzt wurde, innerhalb von 10 Tagen wieder zurückgebucht werden dürfen. Diese Funktionalität ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht in jeder Apothekensoftware mit securPharm-Funktionalität integriert.


Frage 25: Ein Arzneimittel wurde unbeabsichtigt auf den Status „abgegeben“ gesetzt, obwohl wir das Arzneimittel nicht abgegeben haben. Wie kann ich diese Status wieder ändern?

Antwort: Machen Sie die unbeabsichtigte Statusänderung sofort rückgängig. Die delegierte Verordnung sieht vor, dass Packungen, deren Status auf „abgegeben“ gesetzt wurde, innerhalb von  10 Tagen wieder zurückgebucht werden dürfen. Diese Funktionalität ist jedoch noch nicht in jeder Apothekensoftware mit securPharm-Funktionalität integriert.


Frage 26: Darf eine Apotheke ein Arzneimittel ohne vorherige Verifizierung abgeben, falls z.B. das Internet oder der Strom ausfällt?

Antwort: Bis zum Stichtag am 9.2.2019 besteht für die Apotheker noch keine Pflicht zur Verifizierung, somit darf sie während der Testphase das Arzneimittel immer dann ohne vorherige Verifizierung abgeben, wenn sie dies sonst auch dürfte. Später ist dies nur bei vorübergehenden technischen Störungen erlaubt, wobei die Abgabe notiert und nachträglich ausgebucht werden muss.


Frage 27: Wurden während der Testphase über die individuelle Seriennummer schon einmal Fälschungen aufgedeckt?

Antwort: Zum jetzigen Zeitpunkt ist es unwahrscheinlich, dass Fälscher sich die Mühe machen, die Sicherheitsmerkmale zu fälschen. Die Testphase bis zum 8.2.2019 dient vor allem dazu, die technischen Prozesse zu optimieren und einzustudieren, damit ab 9.2.2019 alles so reibungslos wie möglich läuft.


Frage 28: Wie viele Apotheken machen bei der technischen Erprobung mit? Kann dieser Prozess durch die Firmen unterstützt/ beschleunigt werden?

Antwort: Im Verlauf des Projektes haben sich rund 400 Apotheken für die Teilnahme an securPham registrieren lassen. Mit Stand Dezember 2016 beteiligen sich 100 pharmazeutische Unternehmen, so dass der Anteil an serialisierter Ware gestiegen ist.


Fragen zu securPharm im Apothekenalltag

Frage 29: Warum reicht es nicht, wenn ich bereits beim Wareneingang die Seriennummer im System auf „Verifiziert und abgegeben“ setze – in meiner Apotheke kann doch nichts mehr passieren?

Antwort: Gesetzlich ist durch die delegierte Verordnung festgelegt, dass die Echtheitsprüfung „zum Zeitpunkt der Abgabe an die Öffentlichkeit“, d.h. an den Patienten erfolgen muss. Nach diesen Vorgaben richtet sich securPharm auch im Testbetrieb.
Der Gesetzgeber hat zusätzlich vorgesehen, dass mehrere Prüfvorgänge freiwillig möglich sind. Das heißt Apotheken dürfen im Pflichtbetrieb ab 9.2.2019 Arzneimittel auch beim Wareneingang auf Echtheit prüfen, nur nicht auf „abgegeben“ setzen und somit deaktivieren. Dies hat entscheidende Vorteile, so z. B. die regelhafte Übernahme von Chargenbezeichnung und Verfalldatum in das Warenwirtschaftssystem und die klare Zuordnung als nicht-abgabefähig detektiertes Arzneimittel zum jeweiligen Lieferanten.


Frage 30: Kann ich zusätzlich beim Wareneingang jede Packung scannen?

Antwort: Jede Packung kann beim Wareneingang oder auch zu einem anderen Zeitpunkt gescannt und eine Prüfung durchgeführt werden. Dabei wird nur die Gültigkeit der Seriennummer geprüft, aber die Packung nicht als „abgegeben“ gemeldet, siehe dazu auch Frage 33.


Frage 31: Ich finde auf der Packung neben dem Data Matrix Code auch den „normalen“ PZN-Strichcode. Reicht es nicht, wenn ich diesen scanne?

Antwort: Nein. Im bisherigen PZN-Strichcode („Code 39“) ist lediglich die PZN maschinenlesbar enthalten. Nur im neuen Data Matrix Code ist neben der PZN auch eine Seriennummer der einzelnen Packungen enthalten, mit der die Verifikation gegenüber der Datenbank stattfindet. Außerdem sind Chargenbezeichnung und Verfalldatum im Data Matrix Code enthalten, so dass diese künftig elektronisch im Warenwirtschaftssystem erfasst werden können.


Frage 32: Wie lange wird es noch ein Nebeneinander von PZN-Strichcode („Code 39“) und Data Matrix Code geben?

Antwort: Die Abrechnung einer Verordnung mit der GKV erfolgt gemäß SGB V (Sozialgesetzbuch V) weiterhin mit der PZN des Code 39. Es ist aber nach jetzigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass es zu einer sanften Migration kommen wird, um die etablierten Prozesse nicht zu belasten. Erst wenn dies erfolgt ist, kann der PZN-Strichcode entfallen.


Frage 33: Welche Daten sind im Data Matrix Code enthalten?

Antwort: Im Data Matrix Code ist der Produktcode enthalten, welcher die PZN enthält. An securPharm teilnehmende Produkte enthalten zusätzlich eine packungsindividuelle Seriennummer. Während der Pilotphase haben sich alle Hersteller außerdem verpflichtet, zusätzlich immer Chargenbezeichnung und Verfalldatum zu kodieren. Ab dem 9.2.2019 enthält der Data Matrix Code den Produktcode, eine individuelle Seriennummer sowie Chargenbezeichnung und Verfalldatum.


Frage 34: Wenn alle Produkte einen Data Matrix Code tragen, müssen dann alle Produkte bei der Abgabe verifiziert werden?

Antwort: Nein, derzeit müssen nur an securPharm teilnehmende Produkte verifiziert werden. Ab dem Pflichtbetrieb zum 9.2.2019 sind alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel verifizierungspflichtig sowie einige wenige nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel. Grundsätzlich ist die Verifizierung nur möglich, wenn eine individuelle Seriennummer vorhanden ist. Wenn andere Produkte (z.B. OTC-Produkte) einen Data Matrix Code tragen, dann können Sie damit Chargenbezeichnung und Verfalldatum automatisch einlesen. Eine Verifikation dieser Produkte ist aber nicht möglich. Durch den ABDA-Artikelstamm erhält ihre Software die Information, welche Produkte verifizierungspflichtig sind.


Frage 35: Woran erkenne ich, in welchem Data Matrix Code das Sicherheitsmerkmal steht, falls mehrere Data Matrix Codes auf der Verpackung sind?

Antwort: Ab dem Pflichtbetrieb soll neben dem Data Matrix Code mit dem individuellen Sicherheitsmerkmal die Kennzeichnung „PPN“ stehen, so dass auch mit dem bloßen Auge der Data Matrix Code erkennbar ist. Grundsätzlich ist aber in den Stammdaten der Apothekensoftware hinterlegt, ob ein Produkt verifizierungspflichtig ist oder nicht. Die Verifizierung geschieht bei der Abgabe mittels Scan des Data Matrix Codes automatisch, sofern die Funktionalität zur Verfügung steht.


Frage 36: Ich verkaufe im apothekenüblichen Rahmen eine von securPharm gekennzeichnete Packung an eine andere Apotheke. Soll ich die Packung beim Verkauf verifizieren?

Antwort: Sie können zwar eine Verifizierung durchführen, aber diese Packung darf von Ihnen nicht als „abgegeben“ gemeldet werden, weil sie nicht an einen Patienten gegeben wurde.


Frage 37: Was passiert in der Apotheke, wenn der Strom ausfällt?

Antwort: Für die Zukunft wird die kontinuierliche Stromversorgung von Apotheken immer wichtiger – man denke nur an den Zugriff auf die Apothekensoftware. Ab 9.2.2019 schreibt die delegierte Verordnung für den Ausnahmenfall vor, die Abgabedaten zu notieren und nachträglich auszubuchen.


Frage 38: Was passiert in der Apotheke, wenn die Internetverbindung ausfällt?

Antwort: Sollte die Internetverbindung ausfallen, dann kann die Apotheke (aus Sicht der Arzneimittel-Verifizierung) zunächst weiterarbeiten. Alle Abfragen an den Server werden lokal in einem Puffer zwischengespeichert. Wenn die Internetverbindung wieder steht, werden die im Puffer gespeicherten Daten automatisch abgearbeitet. Damit wird gewährleistet, dass in der Zwischenzeit abgegebene Packungen auch wirklich ausgebucht werden.


Frage 39: Wird es eine Änderung der Apothekenbetriebsordnung geben, um die Beschädigung bzw. den Bruch des Originalitätsverschlusses für eine stichprobenhafte Fertigarzneimittelprüfung in der Apotheke zu ermöglichen?

Antwort: Derzeit ist noch nicht absehbar, ob es eine Änderung der Apothekenbetriebsordnung geben wird. Es ist aber unstrittig, dass Apotheker wie bisher die mit dem Öffnungsschutz versehene Packung zu Prüfzwecken öffnen dürfen, wenn sie nach positiver Prüfung die Packung entsprechend kennzeichnen. Diese Kennzeichnung ist bei Bedarf dem Patienten vor der Abgabe zu erklären.


Frage 40: Wie kann ich die unangenehme Situation verhindern, dass es bei der Abgabe eines Arzneimittels an den Patienten zu einem Fälschungsverdacht kommt, und ich das Arzneimittel nicht abgeben kann?

Antwort: Die delegierte Verordnung erlaubt mehrere Prüfvorgänge. Die Echtheit eines Arzneimittels prüft der Apotheker vor der Abgabe an den Patienten und deaktiviert es in der Datenbank. Zusätzlich darf er das Arzneimittel auch bei Wareneingang auf seine Echtheit prüfen, allerdings nicht deaktivieren. Dadurch erkennt er Fehler und Unstimmigkeiten bereits im Wareneingang und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass Unstimmigkeiten erst bei der Abgabe entdeckt werden könnten.