Häufig gestellte Fragen zum Projekt

Die FAQ-Sammlung dient dazu, von Patienten gestellte Fragen zu sammeln und soweit wie möglich zu beantworten. Neue Fragen werden sukzessive hinzugefügt, so dass eine lebendige FAQ-Sammlung entsteht, in der die aktuellen Erkenntnisse eingetragen sind.

Weitere Fragen können Sie jederzeit an info(at)securpharm.de senden.

Frage 1: Welchen Schutz bietet securPharm mir als Patienten?

Gefälschte Arzneimittel sind weltweit ein wachsendes Risiko. Um diese weiterhin aus dem legalen Vertrieb in Deutschland herauszuhalten, engagieren sich Arzneimittelhersteller, Pharmagroßhändler und Apotheker in Deutschland gemeinsam für eine bessere Fälschungsabwehr. Mit securPharm hat eine gemeinsame Initiative der beteiligten Verbände ein System entwickelt, mit dem sich künftig die Echtheit von Arzneimitteln in der Apotheke prüfen lässt. Dieses System wird seit dem Jahr 2013 in einem Pilotversuch getestet. Das System soll den Vorgaben der Europäischen Union für die Fälschungsabwehr (der Richtlinie 2011/62/EU) entsprechen. Denn ab 2018 muss jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel vor seiner Abgabe an den Patienten als "echt" identifiziert werden. Dies geschieht durch das Aufbringen von Sicherheitsmerkmalen auf jeder einzelnen Packung. Durch diese Sicherheitsmerkmale wird jede Arzneimittelpackung zu einem Unikat, z.B. durch die aufgebrachte Seriennummer. Bei einer Verifikation in der Apotheke wird dann in der Datenbank geprüft, ob diese Seriennummer überhaupt von einem Hersteller vergeben worden ist, und ob womöglich eine Packung mit derselben Seriennummer bereits abgegeben wurde. Bei Unstimmigkeiten, etwa wenn die Seriennummer nicht vergeben ist oder schon bei einer anderen Packung gescannt wurde, erhält der Patient eine andere Packung des gleichen Medikaments. Der Apotheker hält dann die beanstandete Packung ein und der Fälschungsverdacht wird untersucht.


Frage 2: Wie sicher ist dieser Schutz?

Es wird alles getan, um den Schutz des Patienten auf dem bereits heute schon sehr hohen Niveau zu gewährleisten und weiter zu verbessern. Mit anderen Worten: Arzneimittelfälschungen müssen für Kriminelle so aufwändig und die Gefahr der Entdeckung so greifbar werden, dass sie sich nicht lohnen und damit in Zukunft in der legalen Lieferkette keine gefälschten Arzneimittel auftauchen.   


Frage 3: Warum dauert das Einführen dieses Schutzsystems so lange?

Das durchzuführende Verfahren ist in der gesamten Lieferkette und unter Berücksichtigung aller Marktbeteiligten in allen EU-Ländern sehr aufwändig und ohne vergleichbares Vorbild. Schon die rechtliche Konkretisierung durch EU und nationalstaatliche Gesundheitsministerien, aber auch die technische und organisatorische Umsetzung des Schutzsystems bedürfen deswegen einer angemessenen Vorlaufzeit.


Frage 4: Sind Versandapotheken dazu auch verpflichtet?

Auch alle Versandapotheken werden die Vorgaben der EU-Richtlinie umzusetzen haben. Weder die Richtlinie noch deren Umsetzung können jedoch verhindern, dass sich im Internet eine Vielzahl illegaler Arzneimittelversender aus aller Welt tummeln, die zum Teil gezielt gefälschte Ware vertreiben, Recht und Gesetz umgehen und damit bewusst die Gesundheit von Menschen gefährden.


Frage 5: Was kann ich als Patient tun, um sicherzustellen, keine gefälschten Arzneimittel zu bekommen?

Arzneimittel, die über die legale Vertriebskette bezogen werden, sind so sicher wie möglich. Für den Patienten ist dabei der direkte Bezug in einer Apotheke der sicherste Weg. Wer hingegen seine vermeintlichen Arzneimittel aus dubiosen Quellen über das Internet oder auf dem Schwarzmarkt in fernen Ländern bezieht, läuft immer eine große Gefahr, gefälschte oder gestohlene Arzneimittel zu erwerben, deren Wirkung mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht vorhanden oder eben gesundheitsgefährdend ist.


Frage 6: Gibt es für den Patienten überhaupt einen 100-prozentigen Schutz vor Fälschungen bei Medikamenten?

Einen 100-prozentigen Schutz kann kein Verbraucherschutzsystem dieser Welt bieten, wenn ausreichend kriminelle Energie vorhanden ist. Was aber erreicht werden kann, ist die langfristige Sicherung der legalen Lieferkette - vom Hersteller über den Großhandel bis zur Apotheke - gegen potentielle Bedrohungen. Aus diesem Grund unternehmen alle Marktteilnehmer große Anstrengungen, den bereits hohen Schutz weiter auszubauen und zu verbessern. securPharm leistet hierbei einen wichtigen Beitrag. Der Patient kann selbst dazu beitragen, indem er keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen erwirbt.